Kreativität und Freiheit

Kreativität und Freiheit

Oft wird wenn es um Kreativität geht erwähnt, dass kreative Arbeit nur ohne äußeren Zwänge stattfinden kann.
Das ist nicht generell richtig. Es mag auf den einen oder anderen zutreffen, aber in der Regel ist es so, dass KreativArbeiter sich sogar freiwillig Zwänge auferlegen. Das beste Beispiel hierfür ist Thomas Mann, der Zeit seines Lebens gelebt und gearbeitet hat, wie man es eher von einem Buchhalter erwarten würde, als von einem genialen Schriftsteller.
Auch ich kann nur arbeiten, wenn um mich herum alles geordnet ist und auch ich lege mich freiwillig an die Kette, wenn ich merke, dass ich drauf und dran bin in der Unendlichkeit der Möglichkeiten verloren zu gehen.
Die „große Freiheit“ des Künstlers ist einer der beliebtesten KreativitätsMythen.
Es ist natürlich eine wohltuende Vorstellung, dass es Menschen gibt, die keinerlei Pflichten haben und nur darauf warten müssen, dass der geniale Gedanke geboren wird, aber mit der Realität hat es rein gar nichts zu tun. Künstler arbeiten. Immer und überall. Das ist die Wahrheit.
Und die vielleicht wichtigste Aufgabe eines Künstlers ist es, zu lernen sich zu beschränken, sich im Innen, wie im Außen zu disziplinieren, damit aus Ideen Wirklichkeit werden kann.

2014-11-19T19:00:37+00:00

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