Kreativität und Einsamkeit

Kreativität und Einsamkeit

Dass KreativArbeiter einsame, eigensinnige Geschöpfe sind, die nur selten bis gar nicht kommunizieren ist  ein fataler Irrtum. Die Künstler, die mir im Laufe meines Lebens begegnet sind und ich selbst, sind ausgesprochen kommunikative Menschen. Allerdings achte ich sehr auf ein ausgewogenes Verhältnis von Kontakt und Rückzug, denn tatsächlich brauche ich viel Zeit, um erlebtes zu verarbeiten. Aber ist das wirklich eine Eigenart, die man ausschließlich in der kreativ Kaste vorfindet? Oder ist es nicht eher so, dass es für alle Menschen gesund wäre, sich mehr Zeit für Regeneration zu nehmen, anstatt sich permanent von außen kommenden Einflüssen auszusetzen?
Der (gefühlte) Unterschied mag vielleicht daher kommen, dass die meisten Kreative Freiberufler sind und ihre Lebenszeit nach ihrem eigenen Gusto einteilen können. (Was wiederum auch sehr viel Disziplin voraussetzt!)
Um wirklich konzentriert arbeiten zu können ist Rückzug für viele meiner Art unumgänglich (Ist das nicht ebenfalls bei allen Menschen so?). Dieser Rückzug kann aber auch in einem Kaffee, oder in einem vollen Flugzeug stattfinden, denn es geht in erster Linie um Abschottung von äußeren Einflüssen und Rückzug ganz nach innen. Nach solchen Phasen sind jedoch die Phasen der Öffnung immens wichtig, denn ansonsten besteht die Gefahr, dass man den Kontakt zur Welt verliert.
Es gibt kaum einen namhaften Künstler, Wissenschaftler o.ä. Im 20 Jahrhundert, der nicht neben seinen kreativen Schaffensphasen auch ein guter Kommunikator war, der es verstand mit der Welt im Kontakt zu bleiben, Netzwerke zu knüpfen etc.

2014-11-19T19:01:11+00:00

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