Kann man Kreativität erlernen?

Kann man Kreativität erlernen?

Muss man nicht, denn jeder Mensch ist kreativ.
Am Besten erkennt man es, wenn man das Spiel von Kindern beobachtet. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt; aus einem Stück Holz kann ein Flugzeug werden, eine Kugel mit zwei Punkten ist ein Gesicht und so weiter. Diese natürliche Begabung hält ein ganzes Leben lang an, falls sie gefördert wird.
Falls sie jedoch nicht gefördert wird, verkümmert sie leider, wie viele andere ungenützte Anlagen auch.

Die wichtigste Voraussetzung, um die kreative Kompetenz zu entdecken ist die Überzeugung, sie zu haben. Jemand, der fest daran glaubt nicht kreativ zu sein, wird sich auch nicht als schöpferischer Mensch erleben können.
Kreativ zu sein bedeutet nicht zwangsläufig ein Künstler sein zu müssen, immerhin wurde der Kreativitätsbegriff in den vergangenen Jahren auch auf Wissenschaftler, Ingenieure etc. ausgeweitet.
Das ist aber noch immer nicht ausreichend, denn jeder Mensch ist kreativ und benutzt diese Gabe tagaus tagein ohne sich dessen bewusst zu sein, dass es sich um kreatives Verhalten handelt. So z. B. wenn man schnell und spontan eine Lösung für ein Problem braucht oder wenn geplantes durch unerwartete Ereignisse gestört wird, auch wenn etwas Wichtiges fehlt wird man oft zur Improvisation gezwungen. Jede Lust auf etwas Neues, die Freude sich zu kleiden zu schmücken, die Umgebung zu verändern, kochen, ausprobieren, experimentieren, fremde Kulturen entdecken, all dies ist Ausdruck der permanent wirkenden Kreativität.
Im Business Alltag wird Kreativität ständig abgerufen, denn wir müssen die vorgesehene Arbeit bewältigen, auf unerwartete Ereignisse sofort reagieren und dazu noch das beständige Rumoren der Umwelt verarbeiten.

Um nicht den Eindruck erwecken, dass ein so weit gedehnter Kreativitätsbegriff in die Beliebigkeit abdriftet, sollte man auch die Frage „Was ist nicht kreativ?“ stellen. Die Antwort ist recht einfach. Nicht kreativ zu sein bedeutet nicht loslassen zu können. Wer Veränderungen fürchtet, der fürchtet eigentlich nicht das Neue, sondern den Verlust des Alten.
Kreativität ist ein Prozess, ein stetiger Fluss, der sich zwischendurch zu einer Welle auftürmt, aber ansonsten eher still und unbemerkt dahin fließt. Auf den Musenkuss und den darauf folgenden genialen Einfall zu warten, ist reine Zeitverschwendung.
Ideen entstammen aus der Wahrnehmung, Beobachtung und Erfahrung der wirklichen Welt.Der Geist Formt die Impressionen um, interpretiert sie neu, fügt etwas hinzu, nimmt etwas weg und macht so aus bekannten Komponenten etwas Neues. Dieses Neue kehrt in die Wirklichkeit zurück und bildet den Rohstoff für das zukünftig Neue.

 

2014-11-19T19:02:19+00:00

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