Ein JA

Ein JA

 

…oder nur wer sich nicht entscheidet hat die Qual!

Ich höre sehr oft von Menschen, dass sie sich über ihre Unfähigkeit „nein“ zu sagen, beklagen. Dies gehört auch zu den großen Mysterien, die ich nicht verstehen kann, denn ich finde, dass es wesentlich schwieriger ist „ja“ zu irgendetwas, oder irgendjemand zu sagen, wenn man die Konsequenzen in Betracht zieht. Ein „nein“ schließt nicht alle anderen Möglichkeiten aus, in der Regel verneint man nur ein einziges Objekt, Tätigkeit etc. Ein „ja“ hingegen, schließt die meisten anderen Möglichkeiten aus. Das bedeutet, dass in einem „ja“ unzählige „neins“ enthalten sind.

Als ich mich für die Malerei entschied, war es ein ganz klares ja. Keine Hintertürchen, keine „wenn und abers“ – ich sagte ja, ich will es tun, ich will unter allen Umständen versuchen von der Malerei zu leben; also Lebensinhalt und Lebensunterhalt vereinen. Das ist inzwischen 35 Jahre her und ich bin nicht wenig stolz darauf, dass ich es tatsächlich geschafft habe. Oft frage ich mich selbst, woran das wohl liegen könnte? Ich bin sicherlich nicht außergewöhnlich begabt, hatte eine ziemlich schlechte Ausgangsposition und hatte kaum Unterstützung.

Es war dieses klare JA und noch heute schöpfe ich meine meiste Energie aus dieser nun doch schon vor vielen Jahren gefällten Entscheidung. Und ich habe gleichzeitig nein gesagt zu allen anderen Möglichkeiten und Verlockungen, denen ich im Laufe meines Lebens begegnet bin.

Diese Konsequenz engt sicherlich ein.

Aber sie eröffnet die unendliche Weite der Kunst, mit all ihren Formen und Erscheinungen, vor der man eher geneigt wäre zu flüchten, als dass man sich mit Haut und Haaren hinein fallen lassen möchte.

Das JA gibt mir unendlich viel Mut und Kraft, die ich tagaus tagein brauche, um an der Fülle, auf die ich mich eingelassen habe, nicht verrückt zu werden.

 

 

2014-11-19T19:07:39+00:00

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