Klausur

Klausur

…die mentale Fastenzeit.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das wirklich so stimmt, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass die Erfahrung, die ich in der vergangenen Woche gemacht habe, für viele meiner Zeitgenossen zutrifft. Eine konsequente Klausur, der völlige Rückzug aus der Welt, um alles aktuell gelebte zu überprüfen und eventuell neu zu formulieren, tut einfach gut!.
Wir haben den Relaunch unserer Webseite gemacht. Zuerst habe ich gedacht, dass es gar nicht so schwierig sein sollte, zumal wir unsere Webseiten schon seit vielen Jahren selbst machen und daher schon einige Erfahrungen haben.
Diesmal war es aber anders. Vielleicht sogar deshalb, weil wir nicht mehr ganz so naiv an die Arbeit gegangen sind, wie noch vor einigen Jahren. Es scheint, als würden mit den gemachten Erfahrungen auch die Ansprüche ansteigen. Da war aber noch ein anderer Aspekt; ein Ereignis, das sich alljährlich mit dem Relaunch der Webseite wiederholt: die große Überprüfung.

Wer? Wie? Was? Und vor allem weshalb?

Kaum haben wir begonnen die alten Inhalte zu überprüfen kamen schon die ersten Fragen auf. Was wollen wir? Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Wie stellen wir uns authentisch nach Außen dar? Was wollen wir der Welt über uns sagen?
Fragen über Fragen, deren Beantwortung weit mehr bedeutet, als das Schreiben einiger kurzer Texte über die Workshops und das Auswählen von passenden Fotos.
Also haben wir uns für eine ganze Woche vollkommen von der Welt zurück gezogen und versucht, all die aufkommenden Fragen zu beantworten. Das Wetter kam unserem Ansinnen sehr entgegen; es gab Dauerregen.
Es war anstrengend und streckenweise sind wir bis an die Grenze des Erträglichen gegangen, denn das vollkommene „Aussteigen“ aus der Normalität bedeutet, absolut keine Tagesstrukturen mehr zu haben; arbeiten, bis es nicht mehr geht und auch in den Pausen möglichst jede Art von Ablenkung zu vermeiden.
Eine ganze Woche lang.

Zukunft denken

Jetzt sind wir endlich fertig und zufrieden. Zumindest für eine Weile, denn spätestens in einem Jahr wird die „große Überprüfung“ wieder fällig. Bis dahin werden wir mit den neuen Entscheidungen leben, die frischen Ideen in Taten umsetzen und schauen, ob sie in der Wirklichkeit genau so gut sind, wie wir sie uns in der Klausur vorgestellt haben.
Und auch nächstes Jahr werden wir uns für diese Zeit vollkommen aus der Welt ausklinken, denn so und nur so können wir genügend Abstand zu unserem Leben schaffen und all das, was normalerweise unseren Alltag bestimmt, mit klarem Blick und ohne irgendetwas festhalten zu wollen, auf den Prüfstand stellen.
Alles neu? Ganz sicher nicht, denn wir sind immer noch die selben Menschen, die wir vor einer Woche waren. Aber alle einst gefällten Entscheidungen sind mit neuer Kraft aufgeladen, oder zu den Akten gelegt. Alles, was sich routinemäßig in unserem Arbeitsalltag ohne besondere Überprüfung ausgebreitet hat, wurde neu sortiert, abgelegt und vieles ist im mentalen Schredder gelandet.
Das innere Haus ist nun wieder bereit für die Zukunft; entrümpelt, aufgeräumt und frisch geputzt.

Ein wundervolles Gefühl, die Klausur hat sich gelohnt!

2015-03-17T11:06:26+00:00

Leave A Comment

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Ok, Danke