Künstler sein - sind Künstler vielleicht Aliens?

Künstler sind keine Aliens. Allerdings haben Künstler häufig sehr eigene Arbeitsmethoden und Denkmodelle.

Künstler sein

Sind Künstler anders?
Nein, im Prinzip sind Künstler genau so „normal“, wie alle anderen Menschen es auch sind.

Auch Künstler haben ihre Hoffnungen und Ängste, auch sie suchen nach Liebe und Sicherheit; Künstler sind keineswegs so verschieden, denn sie sind ja keine Aliens, sondern gehören auch zur Spezies der Homo Sapiens.

Was sie allerdings von den meisten Menschen unterscheidet, ist ihre Art der Weltbetrachtung und Wahrnehmung, manche ihrer Antennen sind besonders sensibilisiert, was nicht immer ein Segen für denjenigen ist, der die unermesslich vielen Impressionen, die auf ihn nieder prasseln, aushalten muss. Künstler sein, bedeutet offen für alles sein zu müssen, denn nur so kann man die eine oder andere völlig unerwartete Idee “einfangen”.

Künstler sein und das Überleben der Art

Und vielleicht ist genau dies der Grund dafür, dass manche Künstler äußerst unkonventionelle Mittel und Wege kennen, wenn es um die Lösung von Problemen geht. Mit diesem beständigen Rumoren der Welt, das Künstler sehr intensiv wahrnehmen, kann man nur leben, wenn man über ein hohes Maß an Spontaneität und Anpassungsbereitschaft verfügt.

Versuche Künstler und „Nichtkünstler“ miteinander zu vergleichen, finde ich allerdings äußerst problematisch, denn meistens schneiden die Künstler dabei besser ab, als der Rest der Menschheit.

Ich persönlich vertrete die Auffassung, dass jeder Mensch mit besonderen Talenten und Eigenschaften ausgestattet ist und wie er sie in seinem Leben einsetzen/ausleben wird, hängt weitgehend davon ab, ob es Eigenschaften gibt, die mit den individuellen Begabungen kompatibel sind, oder nicht.

So zum Beispiel wird kaum jemand, der nicht über die notwendige Geduld verfügt, die benötigt wird, ein Instrument zu erlernen, kaum ein hervorragender Pianist werden können, auch wenn die musikalische Begabung außergewöhnlich sein mag.

Eigenbrötler, die nicht in der Lage sind mit einem Team zusammen zu arbeiten, oder Anweisungen zu folgen, werden keine Schauspieler und wenn jemand nicht in der Lage ist lange Perioden der Einsamkeit auszuhalten, aus dem wird kein Maler und auch kein Schriftsteller.

Es hat auch seine guten Gründe, weshalb es offenbar weit weniger Künstler gibt, als Menschen, die sich mit „vernünftigen“ Dingen befassen: für das Überleben der Art sind Jäger und Sammler logischerweise wesentlich wichtiger, als die verträumten Spinner, die ihre Zeit mit der Herstellung von völlig nutzlosen Dingen verbringen.

Künstler sein und Innovation

Die Tatsache, dass es trotzdem Künstler gibt, kann man sicherlich so verstehen, dass das Überleben der Art doch in gewisser Hinsicht von der Innovationskraft der Wenigen abhängt, deren Ideen dann von den Vielen aufgegriffen und perfektioniert werden.

Ich muss leider zugeben, dass viele der Eigenschaften, die man Künstlern nachsagt – positive wie negative – tatsächlich bei den meisten vorhanden sind, denn ohne diese ist künstlerische Arbeit gar nicht möglich.

Interessanterweise handelt es sich bei den meisten dieser Besonderheiten um Komplementäreigenschaften zu den „Nichtkünstlern“, was ich gerne so verstehen möchte, dass wir uns gegenseitig brauchen, damit das Leben auf diesem Planeten in Bewegung bleibt.

Und eben deshalb muss der Vergleich zwischen den beiden Menschengruppen scheitern, denn die eine würde es wohl ohne der anderen gar nicht geben können.

Wir brauchen uns gegenseitig, mit all unseren sich vielleicht widersprechenden Eigenheiten, denn genau durch die Spannung, die zwischen äußerst unterschiedlichen Haltungen und Weltideen herrscht, entsteht alles Neue.

2016-07-12T08:48:54+00:00

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