Actionpainting Workshop - Universität Witten Herdecke

Actionpainting Workshop UWH2017-05-16T17:47:52+00:00

Project Description

Actionpainting Workshop Sommerakademie UWH

Actionpainting Workshop

Kunde: Universität Witten-Herdecke

Anlass: Sommerakademie

Teilnehmerzahl: 200

Location: Universitätsgelände

Dauer: 5 Tage

Actionpainting Workshop mit 200 Medizinstudenten während einer einwöchigen Sommerakademie an der Universität Witten-Herdecke. 

Zwischen den einzelnen Aktionen stand die Künstlerin Etelka Kovacs-Koller für Gespräche mit den StudentInnen zur Verfügung, in den Gesprächsrunden wurde gemeinsam nach Schnittstellen zwischen “Heilkunst” und der Bildenden Kunst gesucht. Nachfolgend fasst sie ihre Erfahrungen zusammen.

 

Rückblick auf den Actionpainting Workshop während der Sommerakademie

Als mich im Februar eine handvoll Studenten der Uni Witten-Herdecke gefragt haben, ob ich bei der Sommerakademie für integrative Medizin als Dozentin tätig werden könnte, habe ich spontan zugesagt, denn das Arbeiten mit jungen, engagierten Menschen macht mir sehr viel Freude.

Im Sommer besuchte mich dann das Orga-Team in meinem bayerischen Atelier und es stellte sich sehr schnell heraus, dass man durchaus sehr viele Verbindungen zwischen Heil- und Malkunst herstellen kann.

An erster Stelle stand die Erkenntnis, dass ein Mediziner für seinen Beruf bzw. Berufung eine eben solche Leidenschaft entwickeln kann, wie ein Künstler. Dazu Bedarf es allerdings einer großen Bereitschaft tätig zu sein, ohne das Hauptaugenmerk auf monetäre Belohnung zu richten. Wie viele Bilder wären nie gemalt worden, wenn der Künstler sie lediglich als Handelsware gemalt hätte? Gesundheit kann man ebenso wenig in Tüten packen und als Ware über den Ladentisch schieben, wie Kunst. Sowohl der Beruf des Arztes, als auch des Künstlers erfordern volles Engagement, ständige Entwicklung – sowohl auf der beruflichen, als auch auf der persönlichen Ebene.

Während der Akademiewoche in Witten haben dann so viele Teilnehmer, wie möglich (täglich min. ein Workshop mit 10 Teilnehmern), die Gelegenheit genutzt, um am Actionpainting Workshop teil zu nehmen.

Ich war erstaunt über die Kreativität, den Mut und der wilden Kraft unserer zukünftigen Ärzte!

Unzählige fruchtbare Momente, intensive Begegnungen, sowie eine rege Diskussion im Plenum sorgten dafür, dass die Erlebnisse der TeilnehmerInnen im Actionpainting Workshop, in die Arbeitswelt der Mediziner übersetzt werden konnten.

Actionpainting ist eine äußerst intensive Kommunikation zwischen dem werdendem Bild und dem Maler; im Vordergrund steht der Prozess und nicht das Endprodukt. Dies ist durchaus vergleichbar mit der Patient-/Arztbeziehung, denn so wie es kein perfekt vollendetes Bild geben kann, gibt es auch nicht die perfekte Gesundheit; auch die Befindlichkeit eines Menschen verändert sich permanent, die jeweilige Bewertung hängt in erster Linie von der eigenen Wahrnehmung und von der individuellen Definition von Lebensqualität ab.

Actionpainting Workshop und die Qualität von Zeit

Zeit an sich hat keinerlei Qualität – sowohl beim Actionpainting, als auch in der Medizin; die Dauer des Arbeitsprozesses kann kein Indikator für den Wert der erbrachten Leistung sein. Eine schnelle, kraftvolle Geste beim Malen kann wesentlich intensiver und beeindruckender sein, als eine mühsamst erarbeitete Bildkomposition.

Auf die Medizin übertragen könnte dies bedeuten, dass eine spontan/intuitive Erfassung des Patienten zwar sicherlich nicht die gründliche Untersuchung bzw. das Gespräch ersetzen kann, aber die Zeit, die der Arzt in seinen Patienten investiert eigentlich nichts über den Erfolg der Behandlung aussagen kann.

Routine ist in vielen Berufen „gefährlich“, da sie die Kreativität vernebelt, aber sowohl beim Arzt, als auch beim Maler blockiert Routine, die Spontaneität und Offenheit, die jeder Patient/jedes neue Bild benötigen, um sich voll und ganz entfalten zu können.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mir alle Actionpainting Workshop TeilnehmerInnen, als besonders offen, neugierig und experimentierfreudig aufgefallen sind, was sicherlich nicht nur mit der Jugend der TeilnehmerInnen zu erklären ist.

Eher könnte es daran liegen, dass Ärzte von Hause aus kreative „Problemlöser“ sind und es wäre sehr schade, wenn dieses ungeheuer wertvolle Potenzial im Laufe des Berufslebens verschleissen würde.

Winklern 2010, Etelka Kovacs-Koller

Webseite der Sommerakademie